Ab und zu treffe ich am Gewässer auf Angler, die einen Fisch gefangen haben und nicht so recht wissen, was sie da eigentlich mitgenommen haben. So wie letztes Jahr, als mir ein Sportkamerad entgegenkam und berichtete, er habe eine Forelle gefangen. "Was denn für eine ?”, fragte ich.
"Eine normale" war die Antwort...
Nun konnte ich nicht umhin mal einen Blick auf den Fang zu werfen. In der Plastiktüte auf dem Fahrradgepäckträger präsentierte sich eine Regenbogenforelle. Immerhin hatte der Kollege keinen geschonten Fisch abgeschlagen, wir hatten nämlich Oktober !
Da dies nur ein Beispiel von vielen ist, möchte ich hier ein paar Hilfestellungen für die Unterscheidung der verschiedenen Forellenarten geben, die bei uns vorkommen.
Um gleich mit der oben genannten Regenbogenforelle anzufangen:
Diese Art ist bei uns ursprünglich nicht heimisch, darf daher nicht (mehr) in offenen Gewässern besetzt werden, und hat weder Schonzeit noch Mindestmaß.
Ab und zu gelangen solche Fische aus Fischzuchten oder anderen Gewässern in die Bäche.
Zu früheren Zeiten wurde die Regenbogenforelle auch in Mecklenburg - Vorpommern noch häufig besetzt.
Die Regenbogenforelle unterscheidet sich ganz eindeutig von allen anderen bei uns vorkommenden Forellenarten durch die Schwanzflosse. Diese ist nämlich deutlich mit schwarzen Punkten übersät.

So sieht die Regenbogenforelle aus, deutlich sind die Punkte auf der Schwanzflosse zu erkennen.
Mit anderen Worten, erster Blick beim Fang einer Forelle:
Hat die Schwanzflosse schwarze Punkte ?
Wenn ja, kann ich den Fisch jederzeit bedenkenlos mitnehmen. Es ist eine Regenbogenforelle.
Wenn nicht: In der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März nicht lange überlegen, SOFORT schonend abhaken und zurücksetzen ! Den Fisch nur mit nassen Händen anfassen und nicht im hohen Bogen zurückwerfen, sondern vorsichtig gegen die Strömung ins Wasser halten, bis er davonschwimmt.
In diesem Zeitraum sind nämlich alle anderen Forellenarten geschont !
In der übrigen Zeit:
Jetzt wird es etwas schwieriger. Handelt es sich um eine Bachforelle, eine Meerforelle, oder gar um einen Lachs ? (In der Elbe durchaus möglich !)
Lachs und Meerforelle sind vom 1. September bis 31. März geschont.
Die Bachforelle ist vom 1. Oktober bis 31. März geschont.
All dies gilt für die Binnengewässer in Mecklenburg-Vorpommern.
Wie unterscheide ich nun die verschiedenen Arten ?
1. Wenn ich nicht sicher bin, zurücksetzen ! Tut gar nicht weh...
Das Problem ist, das diese Fische je nach Gewässer und Jahreszeit recht unterschiedlich aussehen können.
Die Bachforelle ist im Grundton bräunlich mit einem gelblichen Bauch und hat schwarze sowie vereinzelt rote Punkte. Die roten Punkte sind manchmal spärlich bis gar nicht vorhanden.
Zwei Fotos zur Veranschaulichung:

Kleine Bachforelle aus einer dänischen Au. Deutliche Punkte mit weisser Umrandung.

Bachforelle aus unseren Gewässern, kaum rote Punkte erkennbar.
Die Meerforelle zieht zum Laichen ebenfalls in unsere Bäche. Eine Meerforelle ist normalerweise leicht an der silbernen Färbung von der Bachforelle zu unterscheiden. In der Laichzeit färbt Sie sich aber, und ist dann selbst für Experten schwierig von der Bachforelle zu unterscheiden. Bei "Bachforellen" über 60 cm sollte man stutzig werden. Zwischen 1. Oktober und 31. März sowieso zurücksetzen !
Zwischen dem 1. und dem 30. September ist es eine Gewissensfrage... Sollte der Fisch deutliche Anzeichen wie silberne Färbung, keinerlei rote Punkte, Laichhaken etc. haben, zurücksetzen !
Die sogenannten "Absteiger", die nach dem Laichen wieder Richtung Meer ziehen, sind leicht zu erkennen.
Sie haben deutlich geschundene Flossen (Vom schlagen der Laichgruben), sind ausgemergelt und dünn, und der After ist angeschwollen, bzw. hervorgetreten (Laichröhre). Ein solcher Fisch ist alles andere als eine Küchenfreude, also bloss zurücksetzen !

Meerforelle aus der Ostsee, nicht gefärbt.

Meerforelle aus einem niedersächsischen Bach, gefärbt (Laichkleid).
Der Lachs steigt (glücklicherweise) inzwischen auch wieder in unsere Flüsse auf.
Besonders in der Elbe könnte es durchaus vorkommen, daß man einen solchen Fisch fängt.
Den Lachs erkennt man unter anderem an der dünneren Schwanzwurzel und der eingekerbten Schwanzflosse. Bei den Forellen ist die Schwanzflosse am Ende gerade oder nur ganz wenig eingebuchtet.
Die Punkte gehen bei der Meerforelle bis weit unterhalb der Seitenlinie, beim Lachs nur wenig. Die Kopfform ist beim Lachs spitzer.
Eine sehr gute Beschreibung findet Ihr hier: LMS
Ein paar hervorragende Fotos von Lachsen im Laichkleid findet Ihr hier.

Ein Lachs aus einem norwegischen Fluss. Leider ist die Aufnahme etwas farbstichig,
man kann aber sehr gut die Unterschiede in der Körperform sehen.
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