Offener Brief des SAV Boizenburg/Elbe e.V.
zum Thema Aalfangverbot in der Elbe

Boize
Elbe
Sude
Boizenburg
Angeln
Mecklenburg
Sav Boizenburg
Sportangelverein
Jugendarbeit
Rezepte, Allgemeine Berichte
Pro Boize

An den Minister für Landwirtschaft
Umwelt und Verbraucherschutz
Dr. Till Backhaus

Betreff: Aalfangverbot in der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern

Sehr geehrte Damen und Herren,

Nun ist es also da, das Aalfangverbot in der Elbe.
Sollte es sich nicht um eine Maßnahme zur Rettung der Aalbestände handeln ?

Schon komisch, das das einzige Land welches sich an dieses Fangverbot gebunden fühlt, Mecklenburg-Vorpommern ist !
Und nicht nur das, zusätzlich gibt es auch noch eine dreimonatige Schonzeit und ein erhöhtes Mindestmaß von 50 cm für Aale !

Wie kommt es zu all diesem Aktionismus um 5 vor 12 ?

Was das Mindestmaß betrifft, hier könnte man jetzt mutmaßen, wie hoch der Anteil an entnommenen weiblichen Tieren sein wird, da männliche Aale bekanntermaßen kaum über 50cm abwachsen.
Zur Vermehrung gehören aber nun einmal beide Geschlechter…

Die Schonzeit ??

Sie soll sich vom 1. Dezember bis zum 28. Februar erstrecken.

Normalerweise werden Schonzeiten für Fische aufgestellt, um die Bestände während der Laichzeit zu schützen. Nun findet ja die Laichzeit der Aale bekanntermaßen ganz weit weg vom Zielgebiet unserer Angler statt. Zu diesem Zweck machen sich die geschlechtsreifen Tiere ab Oktober/November auf die große Reise. Viele davon enden in den Turbinen von Wasserkraftwerken.
Wozu also diese Schonzeit ?
Ohnehin wird kaum jemand in dieser Zeit auf Aale angeln.
Sinn machen würde das nur, wenn sich zumindest der Kormoran daran halten würde !

Nun zum Fangverbot.

Welchen Sinn macht ein Fangverbot an einem Fluss, wenn sich nur ein Land daran beteiligt, welches auch noch den geringsten Anteil an der Flussstrecke inne hat ?

Wie irrsinnig ist es eigentlich, wenn an den Elbufern von Mecklenburg kein Aal gefangen werden darf, auf der gegenüberliegenden Flussseite aber weiter auf Aal geangelt wird ?
Oder handelt es sich etwa um eine Strafmaßnahme, weil Mecklenburg seine Hausaufgaben bezüglich Aalmanagementplanung nicht gemacht hat ?

In beiden Fällen haben jedenfalls die Politiker versagt !

Welchen Sinn hat ein Fangverbot überhaupt, wenn gleichzeitig tonnenweise vor den Küsten der Nachwuchs in Form von Glasaalen abgefischt wird ??
Aber hier wird ja das große Geld gemacht, da ist es doch viel einfacher, den Sündenbock der Nation als Bauernopfer zu benutzen, den Angler.

Nebenbei bemerkt wird der Aalbestand schon seit längerer Zeit nur doch dadurch erhalten, das jedes Jahr große Mengen an jungen Satzaalen durch den Landesanglerverband und die Vereine  in den Gewässern besetzt werden.
Sollte der Aal aber nicht mehr beangelt werden dürfen, wird dieses teure und zeitaufwendige Engagement der Angler vermutlich bald ausbleiben, was dann wohl das endgültige Aus der Aalbestände bedeutet.

Ob sich darüber schon mal jemand in der Politik Gedanken gemacht hat ?

Vermutlich nicht.

Von unseren 700 Mitgliedern angeln aktiv und regelmäßig ca. 300 bis 400 Mitglieder.
Von diesen aktiven Anglern wiederum, angeln 70% bis 80% auch und zum größten Teil auf Aal.Was sagen wir als Vorstand diesen Anglern ?

"Sucht euch bitte einen Verein der nicht in Mecklenburg sein Fischereirecht ausübt, oder angelt nur noch in den Flüssen Sude und Boize" – der Angeldruck wäre dann an diesen Gewässern sehr hoch.Aalbesatz in stehenden Gewässern zu besetzen wäre auch keine Lösung, da der Aal keine Möglichkeit mehr hätte ins Meer zu kommen.
Wie erklären wir unseren Mitgliedern das Mecklenburg sich immer als Angelparadies für Urlauber sieht, aber den eigenen Anglern mit immer neuen Regelungen und Gesetzen das Angeln vergrämt wird ?

Warum werden wir nicht im Vorfeld solcher Entscheidungen mit einbezogen ?
Wenn schon nicht der Landesverband befragt wird, sollten die Politiker sich vor Ort kundig machen, welche Auswirkungen diese Regelungen auf die betroffenen Angler haben.
Dialoge zwischen Bürgern und Politikern sollte es eigentlich immer geben und nicht nur zwei Wochen vor Wahlen.

Wir würden unseren Mitgliedern zur Jahreshauptversammlung am 14. Februar zum Thema des Aalfangverbots in der Elbe gerne etwas genauer Auskunft geben, warum Mecklenburg hier wieder eine undurchdachte Vorreiterrolle übernimmt.

Wir bitten daher unsere Politiker um eine Erklärung warum und wie ein Aalfangverbot auf einer Strecke von 8 km Elbe den Aalbestand in Deutschland erhalten soll !

 

Mit freundlichem Gruß,

Andreas Dierks, 2. Vorsitzender

Sportanglerverein Boizenburg/Elbe e.V.

-----------------------------------------------------------

Dieser Brief wurde vom 1. Vorsitzenden des SAV Boizenburg/Elbe e.V.
im SPD-Büro, Kirchplatz 8, 19258 Boizenburg übergeben.

Zum Seitenanfang